Abschied auf Raten nach 35 Jahren: Foto Oppitz schleicht sich langsam in den Ruhestand: Das Traditionsgeschäft reduziert im Frühjahr drastisch seine Präsenzzeiten – Ein Rückblick auf den rasanten Wandel der Fotografie und ein großer Dank an treue Wegbegleiter.
(Blankenhain) Nach dreieinhalb Jahrzehnten fester Verankerung in der lokalen Geschäftswelt kündigt sich bei Foto Oppitz eine Zäsur an. Andreas und Marina Oppitz, die Gesichter hinter dem bekannten Fotostudio in Blankenhain, bereiten sich auf ihren wohlverdienten Ruhestand vor. Doch dieser Schritt erfolgt nicht abrupt, sondern, wie sie es selbst formulieren, sie „schleichen“ sich langsam aus dem aktiven Berufsleben.
„Es wird keine Punktlandung geben“, betont Marina Oppitz. Die Leidenschaft für ihren Beruf sei auch nach über 30 Jahren ungebrochen, doch die tägliche Präsenz, auch an Wochenenden und außerhalb der regulären Zeiten, werde es in Zukunft so nicht mehr geben.
Neue Öffnungszeiten ab dem Frühjahr
Konkret bedeutet dies eine deutliche Einschränkung der Öffnungszeiten ab dem kommenden Frühjahr. Das Geschäft wird dann regulär nur noch montags und dienstags von 9.30 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet sein. An den übrigen Tagen stehen Andreas und Marina Oppitz nach individueller Terminvereinbarung zur Verfügung. Wichtig für alle Kunden: Bereits bestehende Terminvereinbarungen sind von diesen Änderungen nicht betroffen.
Vom analogen Handwerk zum digitalen Zeitgeist
Der Rückblick auf 35 Jahre Geschäftsführung ist für das Ehepaar Oppitz auch ein Rückblick auf tiefgreifende politische, wirtschaftliche und vor allem technologische Veränderungen. Kaum eine Branche hat einen so rasanten Wandel erlebt wie die Fotografie.
„Waren vor 30 Jahren ein Studio unerlässlich und Außenaufnahmen eine Seltenheit, so ist es heute genau umgekehrt“, resümieren sie. Die Zeit, die man im analogen Zeitalter benötigte, bis ein fertiges Bild in der Hand lag, sei für die heutige „Smartphone-Generation“ kaum noch vorstellbar. Auch wenn die gestalterischen Möglichkeiten der modernen Technik ein Gewinn seien, so habe der Fortschritt auch seine Schattenseiten. Das einst florierende Konzept eines stationären Studios kombiniert mit Einzelhandel sei im Zeitalter der Digitalisierung und des Online-Handels zunehmend zu einem Auslaufmodell geworden. „Diesem Zeitgeist muss man sich stellen und entsprechend reagieren.“
Ein emotionaler Dank an Kunden und Wegbegleiter
Um ein Geschäft über einen so langen Zeitraum erfolgreich zu führen, bedürfe es mehr als nur Fachkompetenz, betonen die Inhaber. Sie danken Geschäftspartnern für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe sowie Familie und Freunden für das Verständnis, wenn die Arbeit wieder einmal Vorrang hatte.
Der größte Dank jedoch gilt ihren Kunden. Viele von ihnen halten Foto Oppitz seit Jahrzehnten die Treue, manche seit dem Tag der Eröffnung. Aus Geschäftsbeziehungen seien über die Jahre Freundschaften entstanden. Diese Loyalität habe es dem Unternehmen ermöglicht, stets in neueste Technik zu investieren – wie zuletzt in das digitale E-Passbild – und auch Krisenzeiten wie die Corona-Pandemie zu überstehen.
Mit unzähligen positiven Erlebnissen im Gepäck beginnen Andreas und Marina Oppitz nun ihr neues Kapitel, bleiben ihren Kunden aber, wenn auch in reduziertem Umfang, vorerst noch erhalten.

