(Rottdorf) Was als Routinefahrt mit Bauteilen für eine Windkraftanlage begann, endete am Mittwoch in einem stundenlangen Nervenkrieg für einen polnischen Lkw-Fahrer und zahlreiche Rettungskräfte. Zwischen Rottdorf und dem Abzweig nach Keßlar kam ein schwerer Sattelzug von der Fahrbahn ab und drohte in den aufgeweichten Acker zu stürzen.

Aufgeweichtes Bankett wird zur Falle

Gegen 15:00 Uhr nahm das Unglück seinen Lauf. Laut eigenen Angaben musste der Fahrer des 40-Tonners einem entgegenkommenden Lastwagen ausweichen und geriet dabei auf die unbefestigte Bankette. Durch den Frost der vergangenen Wochen und das darauffolgende Tauwetter war der Boden völlig aufgeweicht. Das tonnenschwere Gefährt, beladen mit 20 Tonnen Betonfertigteilen für eine Windkraftanlage bei Kleinlohma, sackte immer weiter tief ein.

Verzweifelte Rettungsversuche

Zunächst versuchte der Fahrer, sich mit Hilfe lokaler Unterstützung selbst zu befreien. Der Versuch eines privaten Landwirts konnte den Lkw auch nicht aus dem Schlamm ziehen. Das enorme Gesamtgewicht von 40 Tonnen war schlicht zu groß, und der Sattelzug grub sich immer tiefer in den Boden ein. Da das Fahrzeug gefährlich zur Seite neigte, wuchs die Sorge, der Lkw könne umkippen und dabei sogar noch die Dieseltanks beschädigen.

Feuerwehr und Kran im Einsatz

Gegen 17:30 Uhr wurde schließlich die Polizei alarmiert, die umgehend die Feuerwehren aus Blankenhain und Thangelstedt zur Absicherung anforderte. Da die Technik der Feuerwehr jedoch nicht ausreichte, um das schwere Gefährt zu bergen, musste ein Spezialunternehmen angefordert werden.

Die Bergungsprofis trafen gegen 20:20 Uhr mit einem schweren Bergefahrzeug und einem großen Kran und weiteren Fahrzeugen an der Unfallstelle ein. In einer präzisen Operation wurde der Lkw gesichert und Stück für Stück zurück auf die befestigte Fahrbahn gehoben.

Glück im Unglück

Die gesamte Aktion dauerte von 15:00 Uhr bis gegen 23:00 Uhr. Während der zweieinhalbstündigen Vollsperrung der Landstraße mussten Autofahrer weiträumige Umleitungen in Kauf nehmen.

Für den Fahrer endete der Tag glimpflich: Ein Umkippen des Fahrzeugs konnte verhindert werden, was einen Schaden von weit über 100.000 Euro bedeutet hätte. Dennoch dürften die Bergungskosten im mittleren vierstelligen Bereich die Spedition teuer zu stehen kommen.