Weimar/Bad Berka – Ein farbenfroher Zug bewegte sich Donnerstagmittag vom Weimarer Theaterplatz über die Schillerstraße bis hin zum Herderplatz: Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 der Klosterbergschule Bad Berka präsentierten ihre Kunstwerke mitten in der Stadt – eine Ausstellung in Bewegung. Hintergrund war ein ganz besonderes Kunstprojekt, das seit 20 Jahren alle zwei Jahre stattfindet – in diesem Jahr mit Jubiläumscharakter.
Kunstlehrerin Carmen Schreiber erklärt: „Wir arbeiten mit dem slowakischen Künstler Helmut Bistika zusammen an einem Kunstprojekt zur Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler. Dieses Mal war es bereits die zehnte Auflage.“ Passend zum Jubiläum der Ankunft Goethes in Weimar vor 250 Jahren widmeten sich die Jugendlichen dem großen Dichter sowie dem klassizistischen Architekten Coudray, dessen Werk auch Bad Berka nachhaltig geprägt hat.
Das Projekt fand dieses Jahr erstmals in der Bauhaus-Universität Weimar statt – ein besonderer Ort für kreatives Arbeiten. „Normalerweise sind wir in der Volkshochschule untergebracht, aber diesmal wurde uns ein Raum an der Bauhaus-Uni zur Verfügung gestellt. Das war großartig“, so Schreiber.
Eine Woche lang arbeiteten die Jugendlichen mit viel Hingabe an ihren Leinwänden – ungewöhnlich dabei: Die Werke wurden auf der Rückseite der Leinwände gestaltet, ein künstlerischer Impuls des beteiligten slowakischen Künstlers Helmut Bistika. Die Ergebnisse zeigen eine enorme Vielfalt – von abstrahierten Porträts bis hin zu freien Interpretationen. „Jeder konnte sich bei Motiv und Technik frei entfalten – das war uns wichtig“, betont Schreiber.
Die künstlerische Leistung blieb nicht unbeachtet. Während die Jugendlichen ihre Werke vom Theaterplatz durch die Innenstadt trugen, blieben zahlreiche Passanten stehen, schauten neugierig – und lobten und zückten oft das Handy für Fotos. „Das ist jedes Mal so. Die Leute würdigen das und zeigen echtes Interesse“, freut sich die Kunstpädagogin.
Und was passiert nun mit den Kunstwerken? „Sie werden demnächst im Rathaus Bad Berka gezeigt, im Rahmen unserer traditionellen Rathaus-Ausstellung. Danach kommen sie an die Schule – und später dürfen die Schülerinnen und Schüler ihre Werke mit nach Hause nehmen“, erklärt Schreiber.
Das Projekt war für viele Beteiligte nicht nur eine kreative Herausforderung, sondern auch eine soziale Bereicherung: „Die Jugendlichen kannten sich teils vorher kaum – das gemeinsame Arbeiten hat sie zusammengeschweißt“, so Schreiber. Das Fazit: ein voller Erfolg – und ein künstlerisches Geschenk an zwei Persönlichkeiten, die Weimar und Bad Berka geprägt haben.








