(Blankenhain) Wanderschuhe geschnürt, die Bollerwagen geschmückt und den Regenschirm sicherheitshalber im Gepäck: Auch wenn sich das Wetter am Himmelfahrtstag überwiegend bewölkt zeigte, ließen sich die Ausflugsgruppen die Laune nicht verderben. Zwischen kleinen Schauern und gelegentlichen Sonnenstrahlen entwickelte sich die Tour zu einer kulinarischen Entdeckungsreise durch die umliegenden Dörfer.

Nostalgie in Keßlar und Traditionsküche in Lotschen

Ein besonderer Anziehungspunkt war auch in diesem Jahr wieder Lotschen. Die dortige Gaststätte hatte extra zum Feiertag ihre Türen geöffnet und punktete mit echter Thüringer Hausmannskost. Wer hier einkehrte, hatte die Qual der Wahl zwischen traditionellem Hackepeter mit Ei oder dem klassischen Mutzbraten mit Klößen.

Nur einen Steinwurf entfernt in Keßlar fühlte man sich preislich fast in die „gute alte Zeit“ zurückversetzt. Die Stärkungen und Durstlöscher wurden hier zu Preisen angeboten, die viele Wanderer schmunzelnd an alte DM-Zeiten erinnerten – ein echtes Highlight für die Reisekasse der Ausflugsgruppen.

Geheimtipps und laute Signale

In Drößnitz feierte man ausgelassen im Dorfzentrum, unter dem höchsten Maibaum der Gemeinde. Das Gemeinschaftshaus war bestens vorbereitet und lockte mit einem kulinarischen Geheimtipp: saftigem Schaschlik.

Übersehen – oder besser gesagt überhören – konnte man die Gruppe aus Hochdorf definitiv nicht. Sie waren mit einem imposanten Gespann unterwegs. Um sicherzustellen, dass kein Mitstreiter die Abfahrt zum nächsten Etappenziel verpasste, hatten die Hochdorfer ein Drucklufthorn an ihrem Wagen verbaut. Wenn dieses Signal ertönte, rutschte so manchem Umstehenden vor Schreck kurz das Herz in die Hosentasche, doch die Lacher waren der Truppe gewiss.

Gänsehaut-Moment in Wittersroda

Besonders emotional wurde es in Wittersroda. Hier erlebten viele Besucher eine Premiere nach langer Zeit: Das Wirtshaus hatte nach Jahren des Stillstands erstmals wieder geöffnet. Die Resonanz war überwältigend. Ob im gemütlichen Gastraum oder draußen im Hof – die Stimmung war ausgelassen. Als dann noch eine Gitarre ausgepackt wurde und die Gäste gemeinsam kräftig zu singen begannen, war das dörfliche Gemeinschaftsgefühl perfekt.

Gemütlicher Ausklang in Krakendorf

Auch in Krakendorf zeigte man sich als perfekter Gastgeber für die zahlreichen Wanderburschen und Damen. Hier setzte man auf die bewährte Kombination aus Deftigem vom Rost, kühlem Bier und einer Auswahl an hausgemachten Kuchen, die viele Gruppen zu einer längeren Rast einlud.

Trotz der dichten Wolkendecke und der gelegentlichen feuchten Grüße von oben war das Fazit der Teilnehmer eindeutig: Die Gastfreundschaft in den Orten und das vielfältige Angebot haben diesen Männertag wieder zu einem besonderen Erlebnis in der Region gemacht.