(Blankenhain/Rottdorf) Bei Feldarbeiten wurde am Mittwochnachmittag südöstlich von Rottdorf bei Blankenhain ein verdächtiger Metallgegenstand entdeckt. Da zunächst der Verdacht bestand, es handele sich um eine alte Artilleriegranate, verständigten die Finder gegen 14:30 Uhr umgehend die Polizei. Nach einer ersten Einschätzung vor Ort sicherten die Beamten den Bereich ab und alarmierten den Kampfmittelräumdienst.
Bis zum Eintreffen der Spezialisten wurde der Fundort weiträumig abgesperrt. Das nächstgelegene Wohnhaus lag rund 150 Meter entfernt, sodass eine unmittelbare Gefährdung der Anwohner ausgeschlossen werden konnte.
Wenig später trafen die Experten des Kampfmittelräumdienstes ein und gaben nach einer genauen Untersuchung rasch Entwarnung: Bei dem verrosteten Objekt handelte es sich nicht um scharfe Weltkriegsmunition, sondern nach ihrer Einschätzung lediglich um ein Bauteil eines alten Feuerlöschers.
Warum der Schrecken dennoch begründet war
Auch wenn es sich in diesem Fall um einen Fehlalarm handelte, sind echte Munitionsfunde in Thuringen keine Seltenheit. In den letzten Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs verliefen in Mitteldeutschland zahlreiche Frontabschnitte und Rückzugsgefechte, bei denen enorme Mengen an Munition verschossen wurden, ohne zu detonieren. Ein Teil davon versank im Erdreich und lag bis heute unentdeckt in den landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Besonders nach dem Pflügen oder Grubbern kommen solche Relikte häufig an die Oberfläche, da die Bearbeitungstiefe moderner Landmaschinen inzwischen tiefer reicht als früher üblich. Landwirte stoßen deshalb vor allem im Frühjahr und Herbst immer wieder auf verrostete Granaten, Patronenhülsen oder andere Kampfmittel.




