Trotz hochsommerlicher Hitze erlebte der Ort ein vielseitiges Festwochenende vom traditionellen Lotschener Lauf über schottischen Wettkampf bis hin zum Fußball-Derby.

(Lotschen) Muskelkraft, Schweiß und schottische Tradition im Weimarer Land: Bei den Highland Games in Lotschen forderten die Disziplinen den Teilnehmern alles ab. Als echte Königsdisziplin erwies sich einmal mehr der Baumstammdrehwurf. Der rund 40 Kilogramm schwere, im Vorfeld eigens im Dorfteich gewässerte Stamm verlangte den Athleten im Kilt nicht nur reine Kraft, sondern auch die richtige Technik ab.

Slalom, Tauziehen und Mannschaftswiegen

Neben dem Baumstammwerfen sorgte vor allem der Slalomlauf für Stimmung auf dem Platz. Ein fester Bestandteil des Regelwerks ist dabei das traditionelle Mannschaftswiegen zu Beginn der Veranstaltung: Nicht das schwerste, sondern das leichteste Team sichert sich den Wertungsvorteil. Wie unterschiedlich die Voraussetzungen sein können, bewies ein Blick in die Historie des Wettkampfs, bei der eine Männermannschaft einst tatsächlich drei Kilogramm weniger auf die Waage brachte als die weibliche Konkurrenz, wie Ortsteilbürgermeister Alf Schmutzler hervorhob.

Richtig dynamisch wurde es beim Tauziehen. Um Chancengleichheit zu wahren, waren Fußballschuhe mit Stollen strikt untersagt. Feste Arbeits- oder Wanderschuhe waren hingegen erlaubt und sicherten den Teams den nötigen Halt im Rasen. Ganz im Gegensatz zu den Sportschuhen, die hier schlichtweg zu wenig Halt boten.

Spannung bis zum Schluss: Die Podestplätze der 13. Highland Games

In den kräftezehrenden Wettkämpfen setzten sich bei den Männern die M.A.S.D. Schweine durch und sicherten sich den Gesamtsieg. Den zweiten Rang belegten die Hammerheads, gefolgt vom Team Highland Rooftop Rumble auf Platz drei. Auf den weiteren Plätzen reihten sich die Elbe – Saale – Warriors 1, Mc Lauch, die Elbe – Saale – Warriors 2 sowie das Team der Zimmerei Trautmann ein.

Bei den Frauen entschieden MC Leods Töchter das Duell für sich und holten den Sieg vor den zweitplatzierten Highland Kiltrinnen.

Ausweich in den Schatten und Live-Musik am Abend

Obwohl das Thermometer am Wochenende Spitzenwerte von bis zu 36 Grad erreichte und zeitgleich zahlreiche Schuleinführungen sowie Nachbarfeste in der Region stattfanden, zeigten sich die Organisatoren mit dem Zuspruch weitestgehend zufrieden. Die Zuschauer wichen für die Anfeuerungsrufe schlicht in den Schatten des Festzeltes aus. Aber auch ein Pavillionstrecke hatten die Lotschener entlang der Wettkampffläche aufgestellt.
Bereits am Samstagabend herrschte bei Live-Musik mit „Excite“ beste Stimmung auf dem Festgelände.

Lotschener Lauf, Gulaschkanone und das klassische Derby

Der Sonntag startete sportlich in den merklich abgekühlten Tag mit dem Lotschener Lauf. Schon am Morgen traten die Bambinis über 400 Meter sowie die älteren Kinder über einen Kilometer an. Für die Erwachsenen standen eine 3,8 Kilometer lange Kurzstrecke sowie die Hauptdistanz über 8 Kilometer auf dem Programm, die die Läufer über Kottenhain und Neudornfeld führte.

Zur Stärkung servierte man mittags Thüringer Klöße direkt aus der Gulaschkanone, nachdem der sportliche Höhepunkt anstand: Das traditionelle Fußballspiel zwischen Lotschen und Drößnitz. Die Gäste aus Drößnitz brannten nach der Niederlage im Vorjahr auf Revanche und setzten mit einem 1:0 den emotionalen Schlusspunkt unter ein rundum gelungenes Dorf- und Sportfest.