(Blankenhain) Während die meisten Bürger den Jahreswechsel vorbereiteten oder feierten, erlebten die Rettungskräfte in Blankenhain eine der intensivsten Silvesternächte der letzten Jahre. Ein Großeinsatz wegen eines Kellerbrands, ein brennender Baum und eine lebensrettende Nottüröffnung forderten die Kameraden bis in die Morgenstunden des Neujahrstages.
Dramatische Rettungsaktion am Silvesterabend
Der folgenschwerste Einsatz begann bereits um 17:41 Uhr. Die Feuerwehren der Stadt wurden in die Friedensstraße zu einem gemeldeten Kellerbrand alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte bestätigte sich die ernste Lage: Ein Brand im Kellerbereich sorgte für eine so starke Verrauchung, dass zwei Treppenhäuser des betroffenen Wohnblocks betroffen waren, einer davon war komplett abgeschnitten.
In dem Gebäude befinden sich insgesamt 32 Wohneinheiten, verteilt auf vier Aufgänge. Aufgrund der unübersichtlichen Lage und des dichten Qualms wurde zunächst der gesamte Block evakuiert. Heiko Franke, stellvertretender Stadtbrandmeister, schilderte die dramatischen Minuten der Menschenrettung:
„Primär wurde die Personenrettung mittels Drehleiter durchgeführt. Atemschutztrupps brachten zudem Bewohner mit Fluchthauben durch die verrauchten Bereiche ins Freie“.
Besonders hervorzuheben ist das besonnene Verhalten der Mieter, die an den Fenstern auf Hilfe warteten und die Anweisungen der Feuerwehr diszipliniert befolgten. Eine bettlägerige Person im Erdgeschoss konnte in ihrer Wohnung verbleiben, bis der Brand gelöscht und das Treppenhaus entraucht war.
Brandherd: Ein Rollstuhl unter der Treppe
Nachdem das Feuer unter Kontrolle gebracht war, wurde die Ursache der starken Rauchentwicklung gefunden: Ein im Keller unter einer Treppe abgestellter Rollstuhl war völlig ausgebrannt. Ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich um ein herkömmliches Modell ohne Elektroantrieb.
Insgesamt waren 73 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort. Während drei der vier Aufgänge nach intensiven Schadstoffmessungen im Laufe des Abends wieder freigegeben werden konnten, bleibt der unmittelbar betroffene mittlere Aufgang vorerst gesperrt. Die betroffenen Bewohner wurden bei Verwandten oder in Zimmern des ortsansässigen Krankenhauses untergebracht. Nach aktuellem Stand wird die Sperrung des Aufganges mehrere Tage andauern.
Keine Ruhe in der Silvesternacht
Doch die Atempause für die Helfer war nur von kurzer Dauer. Mitten in den Silvesterfeierlichkeiten folgte die nächste Alarmierung: In der Christian-Speck-Straße brannte ein Baum. Die Einsatzkräfte mussten erneut ausrücken, um den Brand zu löschen.
Neujahrsmorgen: Hilfeschreie
Auch der Neujahrsmorgen begann für die Feuerwehr ohne viel Schlaf. In den frühen Morgenstunden führte sie der Weg gegen 7.00 Uhr erneut in die Christian-Speck-Straße. Mieter hatten Hilfeschreie aus einer Wohnung gehört und den Notruf abgesetzt. Die Feuerwehr verschaffte sich mittels einer Nottüröffnung gewaltsam Zutritt zur Wohnung, um eine medizinische Notversorgung der hilflosen Person zu ermöglichen.




































