(Blankenhain / Saalborn) Ein nächtlicher Brand im Blankenhainer Ortsteil Saalborn nahm am frühen Freitagmorgen eine völlig unerwartete und dramatische Wendung. Gegen 1:38 Uhr wurden die Feuerwehren zu einer brennenden Gartenlaube alarmiert, die bereits bei Ankunft der ersten Kräfte in Vollbrand stand.

Sorge um Bewohner und schwierige Brandbekämpfung

Die Situation vor Ort war von Beginn an kritisch. Da das Gebäude voll in Flammen stand, war ein Betreten für die Feuerwehrleute unmöglich. Die Einsatzkräfte mussten zudem unter zunehmend extremen Bedingungen arbeiten: Bei Temperaturen von bis zu -12 Grad in den Morgenstunden fror die Ausrüstung teilweise ein. „Wir müssen die Schlauchleitungen immer im Fluss halten, damit uns die Strahlrohre nicht einfrieren“, schilderte Einsatzleiter Marcus Köhler die technische Herausforderung. Die Wasserversorgung wurde mühsam über eine doppelte lange Wegestrecke vom Dorfteich aus aufgebaut.

Während des Einsatzes galt ein ca. 40-jähriger Bewohner als vermisst. Da das Gebäude massiv gebaut, verwinkelt und mit einem Blechdach sowie hoher Brandlast versehen war, gestaltete sich die Suche in den Trümmern zunächst als ergebnislos.

Dramatische Wendung nach zweieinhalb Stunden

Gegen 5:00 Uhr morgens – etwa zweieinhalb Stunden nach Einsatzbeginn – kam es zur entscheidenden Wende. Im unmittelbaren Außenbereich des brennenden Hauses hörten die Einsatzkräfte plötzlich Stöhnen und Schreie. In einem Bereich, der zuvor bereits mehrfach mit Wärmebildkameras abgesucht worden war, wurde eine Person lebend, aber lebensbedrohlich verletzt und stark unterkühlt aufgefunden.

„Es ist uns völlig unklar, woher die Person plötzlich kam“, so Köhler. Zuvor hatten zwei Trupps genau in diesem Bereich Löscharbeiten durchgeführt, ohne jemanden zu entdecken. Es wird vermutet, dass es sich um das schwer verletzte Brandopfer handelt, eine offizielle Identifizierung stand zum Zeitpunkt des Berichts jedoch noch aus.

Psychologische Betreuung für Einsatzkräfte

Aufgrund der emotionalen Belastung durch die Schreie des Schwerstverletzten wurde der Psychosoziale Notfallversorgungsdienst (PSNV) zur Betreuung der Feuerwehrleute hinzugezogen. „Schreie von einem schwerstverletzten Brandopfer – das ist eine absolute Ausnahmesituation“, betonte der Einsatzleiter die Schwere der Situation für seine Kameraden.

Insgesamt waren rund 45 Einsatzkräfte fast aller Ortsteile der Stadt Blankenhain im Einsatz. Zur Sicherheit wurde eine Propangasflasche im Außenbereich abgekühlt und entfernt. Ein Übergreifen auf benachbarte Gartenhäuser konnte verhindert werden. Die Nachlöscharbeiten, für die sogar am Morgen ein Bagger zum Abtragen des Daches angefordert wurde, dauerten bis in den Vormittag an.