(Blankenhain) Festliches Ambiente im Schloss Blankenhain: Am Donnerstagabend, den 21.05.2026 lud der Bürgermeister der Stadt Blankenhain, Jens Kramer zum traditionellen Jahresempfang. Vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Vereinsleben zog Kramer Bilanz und blickte nach vorn. Für den feierlichen musikalischen Rahmen sorgte Martin Weshollek.

Im Zentrum der Rede stand ein realistischer, aber optimistischer Blick auf die Herausforderungen der kommenden Jahre.

Krise als Auftrag: Kluge Prioritäten in schweren Zeiten

Der Bürgermeister fand ehrliche Worte für die aktuelle Lage. Blankenhain spürt, wie viele Kommunen, den demografischen Wandel und eine spürbare wirtschaftliche Abkühlung. Sinkende Geburtenzahlen und massive Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer zwingen die Verwaltung zum Umdenken.

Die Devise für die Zukunft lautet daher: „Wir bauen nicht größer, sondern klüger.“ Dank vorausschauend gebildeter Rücklagen aus den starken Vorjahren steht die Stadt jedoch auf einem soliden Fundament und bleibt handlungsfähig, um wichtige Meilensteine anzugehen.

Die wichtigsten Zukunftsprojekte im Überblick

Auch wenn der Gürtel enger geschnallt werden muss, investiert Blankenhain gezielt in Lebensqualität und Sicherheit. Die städtischen Vorhaben wurden bewusst zukunftsorientiert und flexibel geplant:

Kindergartenneubau „Lindenpark“: Das größte Bauprojekt der Stadt seit Jahrzehnten schreitet voran. Hier entsteht eine moderne Einrichtung für die jüngsten Bürger. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird das Gebäude so konzipiert, dass die Räume künftig flexibel auch für andere Zwecke genutzt werden können.

Freizeitanlage auf dem Trockenwerk-Gelände: Ein echtes Highlight für die Jugend. Das Areal mit Pumptrack, Sportplatz und Workout-Anlage steht kurz vor der offiziellen Eröffnung am 20. Juni.

Stärkung der Ortsteile: Mithilfe von Fördermitteln wird kräftig in den ländlichen Raum investiert. Schwerpunkte bilden hierbei der Brand- und Katastrophenschutz – unter anderem mit dem Neubau und der Erweiterung von Feuerwehrgerätehäusern in Tromlitz und Lengefeld – sowie der grundhafte Straßenausbau inklusive Breitbandversorgung in den Dörfern.

Kulturzentrum Schloss & Marktplatz: Das Schloss entwickelt sich weiter zum Herzstück der Stadt. Neben dem neuen Tourismusbüro ist für das vierte Adventswochenende erstmals ein großer, gemeinsamer Weihnachtsmarkt auf dem Areal des Schlosses geplant. Unterstützt wird das Projekt vom ortsansässigen Spa- und Golfresort Weimarer Land. Zudem laufen die Planungen für eine umfassende Sanierung des Blankenhainer Marktplatzes.

Das Herz der Stadt: Ehrung für das Lebenswerk zweier Powerfrauen

Der emotionale Höhepunkt des Abends gehörte den Menschen, die Blankenhain und seine Ortsteile tagtäglich lebendig machen. „Es ist nicht der Beton und es sind nicht die Haushaltspläne, die eine Stadt ausmachen. Es sind die Menschen“, betonte Jens Kramer, bevor zwei herausragende Bürgerinnen für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden:

Frau Heidi Böttner (Ortsteil Krakendorf)

Sie ist die gute Seele von Krakendorf. Seit Jahrzehnten engagiert sie sich im Heimat- und Feuerwehrverein sowie im Förderverein der Kirche. Ob bei der Pflege der dörflichen Grünanlagen oder der Betreuung des Dorfgemeinschaftshauses – Frau Böttner packt an. Legendär ist ihr Einsatz während der Sanierung des Gemeinschaftshauses, bei der ihre Familie die Handwerker uneigennützig mit Strom, Wasser und Verpflegung unterstützte.

Frau Margit Lärz (Ortsteil Drößnitz/Wittersroda)

Eine Institution in der Kommunalpolitik: Frau Lärz übernahm bereits im Wendejahr 1989 Verantwortung und wurde 1990 zur Bürgermeisterin von Drößnitz gewählt. Seit der Eingemeindung 1994 lenkt sie die Geschicke von Drößnitz und Wittersroda ununterbrochen als ehrenamtliche Ortsteilbürgermeisterin. Nebenbei engagiert sie sich im Gemeindekirchenrat und bei der Organisation unzähliger Dorffeste.

Mit einem Appell zu Zuversicht und gemeinsamem Anpacken endete der offizielle Teil des Empfangs, der bei guten Gesprächen im Schloss einen harmonischen Ausklang fand.