(Blankenhain) Blankenhain bringt immer wieder bemerkenswerte Sporttalente hervor. Das aktuell jüngste und wohl außergewöhnlichste Gesicht dieser Riege ist die zehnjährige Nani Pfotenhauer. Die junge Kampfsportlerin zeigt im Ring eine Leistungsbereitschaft, die selbst erfahrene Trainer staunen lässt, und steht nun vor dem bisher größten Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere. Im August kämpft sie bei der Weltmeisterschaft in Berlin.
Ihr Weg an die sportliche Spitze ist geprägt von bemerkenswerter Ausdauer. Seit zwei Jahren trainiert Nani Pfotenhauer aktiv, seit einem Jahr bestreitet sie offizielle Wettkämpfe. Vier- bis fünfmal pro Woche steht die Zehnjährige in der „Kick-Box-Fabrik“ auf der Matte, oft für anderthalb bis zwei Stunden. Ihr Trainer Mario Schnee, der sie gemeinsam mit Jens Klein und Mandy Arnold betreut, betont, dass Nani Pfotenhauer mit Abstand die jüngste Wettkämpferin ist, die er in diesem Bereich je trainiert hat.
Ihr Erfolgsgeheimnis liegt in ihrer Zielstrebigkeit. Während viele Gleichaltrige ihre Freizeit flexibel gestalten, zeigt Nani Pfotenhauer eine Fokussierung, die im Nachwuchssport selten ist. Selbst schweißtreibende Hallentemperaturen im Hochsommer von fast 30 Grad oder Zahnarzttermine halten sie nicht vom Training ab, sie ist stets mit vollem Einsatz dabei. Das Prinzip, wer besser sein will als andere, müsse auch mehr tun, hat die junge Blankenhainerin verinnerlicht.
Hinter dem Erfolg des Nachwuchstalents steht ein starker familiärer Rückhalt. Vater Axel Nickisch begleitet seine Tochter zu jedem Training und unterstützt ihren Ehrgeiz uneingeschränkt. Mutter Annett Pfotenhauer gibt offen zu, dass die Live-Kämpfe ihrer jüngsten Tochter eine nervliche Herausforderung sind, weshalb sie diese lieber im Nachgang auf Video analysiert. Dennoch steht die gesamte Familie, inklusive der älteren Schwester Jolie, als festes Fanlager hinter Nanis Leidenschaft.
Große Inspiration findet die Achtjährige bei ihren internationalen Vorbildern aus der MMA- und Kampfsportszene, wie Alina Dalaslan und Dakota Ditcheva. Dass erfolgreicher Boxsport in Blankenhain eine echte Tradition hat, erlebte Nani Pfotenhauer kürzlich bei einem Treffen mit dem ebenfalls aus Blankenhain stammenden, 22-jährigen Schwergewichtsboxer Michel Dobler. Neben dem zwei Meter großen Hünen wirkte die achtjährige Nachwuchshoffnung verständlicherweise sehr zierlich. „Es hat sich angefühlt, als ob ich ein kleiner Schlumpf wäre“, beschrieb Nani die Begegnung schmunzelnd. Der Ansporn, einen ähnlich erfolgreichen Weg einzuschlagen, wuchs dadurch jedoch nur noch weiter.
Die nächsten Wochen halten für das Blankenhainer Talent einen straffen Zeitplan bereit. Bereits am kommenden Wochenende steht ein wichtiges K1-Turnier im Ring an, der als direkte Vorbereitung dient. Die darauffolgende Weltmeisterschaft am 5. August in Berlin geht Nani Pfotenhauer trotz der starken internationalen Konkurrenz mit kühlem Kopf an. Ihr Ziel ist ganz klar der erste Platz.


