Saisonstart zieht Selbstpflücker aus ganz Thüringen und über dessen Grenzen hinaus an – dank moderner Tröpfchenbewässerung reifen 18 Sorten ohne Chemie.

(Blankenhain) Süß, fruchtig und prall gefüllt: Die Kulturheidelbeerplantage des Forstamtes hat ihre Tore für Selbstpflücker seit Freitag, dem 07. August geöffnet, und verzeichnete bereits zum Auftakt einen riesigen Ansturm. Gut 250 Fahrzeuge steuerten das Areal am ersten Tag an. Das Ergebnis: Eimerweise schleppten die Liebhaber der blauen Früchte ihre Ernten zu ihren Autos.

15 Liter in zweieinhalb Stunden: Weite Anreise für süße Beeren

Unter den zahlreichen Pflückern sind nicht nur Anwohner aus dem Weimarer Land, Jena oder Pößneck, sondern auch weit angereiste Gäste. So wie Brigitte und Rolf Hofmann, die extra aus Eisenach gekommen sind.

„Wir waren vorigen Sommer schon einmal hier, weil wir uns für die Kulturheidelbeeren interessieren, und waren so begeistert, dass wir dieses Jahr wiedergekommen sind“, erzählt Brigitte Hofmann strahlend.

Nach rund zweieinhalb Stunden auf den Plantagenreihen hielten sie eine stolze Ausbeute von etwa 15 Litern in Eimern in den Händen. „Hier auf der westlichen Seite sind sie zuckersüß, auf der östlichen Seite eher etwas fruchtiger“, hat die Eisenacherin fachmännisch herausgeschmeckt.

Auch über die Landesgrenze hinaus zieht die Anlage treue Stammgäste an: Ein Rentnerehepaar aus Merseburg ist ebenfalls anzutreffen gewesen. Über die Autobahn sei die Anfahrt schließlich recht fix erledigt – die beiden kommen jedes Mal aufs Neue begeistert nach Blankenhain, um ihre Eimer zu füllen.

Dass der Geschmack je nach Reihe variiert, ist kein Zufall: Insgesamt reifen auf dem rund fünf Hektar großen Areal 18 verschiedene Heidelbeersorten an etwa 10.000 Sträuchern. Die Bandbreite reicht von kleinen, herben Beeren bis hin zu großen, besonders süßen Früchten. Während einige Sorten bereits vollreif fast von selbst in die Hand fallen, brauchen andere noch Sonne und reifen schrittweise bis in den September hinein.

Tröpfchenbewässerung rettet Ernte vor der Dürre

Forstamtsleiter Jan Klüßendorf blickt zufrieden auf die Reihen der Beerensträucher. Dass die Früchte trotz der sommerlichen Trockenheit so saftig sind, liegt an einer gezielten Investition in die Infrastruktur:

„Wir haben eine neue Tröpfchenbewässerung installiert, und das macht sich bei der Dürre extrem bezahlt. Ohne die Bewässerung wären die Beeren zu Rosinen vertrocknet“, erklärt Klüßendorf.

Chemie kommt auf der Plantage nicht zum Einsatz. Probieren während des Pflückens ist ausdrücklich erlaubt, damit jeder Besucher seine persönliche Lieblingssorte herausfinden kann.

Öffnungszeiten und wichtige Hinweise für Besucher

Auf der Plantage herrscht eine gelöste, fast nostalgische Atmosphäre. Viele Familien, Großeltern mit ihren Enkeln sowie langjährige Stammkunden nutzen die Sommerzeit für einen Ausflug ins Grüne.

Wer ebenfalls seine Eimer füllen möchte, hat dazu immer montags, dienstags und freitags von 10:00 bis 19:00 Uhr sowie samstags von 8:00 bis 14:00 Uhr Gelegenheit.
Das Kilogramm kostet in diesem Jahr 6,00 Euro. Wichtigste Neuerung in diesem Jahr: Es ist ausschließlich Kartenzahlung möglich; Bargeld wird an der Kasse nicht mehr angenommen.