(Bad Berka) Bei den Waldjugendspielen im Kurpark Bad Berka sind am Donnerstagvormittag rund 300 Schülerinnen und Schüler aus ganz Mittelthüringen gegeneinander angetreten. An 15 Stationen mussten vierte und fünfte Klassen Geschick, Wissen über den Wald und vor allem Teamgeist beweisen.
Gemeldet waren ursprünglich 15 Klassen. Nach einer kurzfristigen Absage gingen schließlich 14 an den Start. Die Gruppen kamen aus einem weiten Einzugsgebiet, darunter Bad Berka, Kranichfeld, Blankenhain, Rastenberg, Weimar, Apolda, Mellingen, das Grammetal und Vogelsberg. Mit dabei waren auch die Förderzentren aus Apolda und Blankenhain. Damit der Wettbewerb fair blieb, bekamen deren fünfte Klassen eine eigene Wertung im Klassement.

Vom Schnellsägen bis zum versteckten Goldschakal

Über den Park verteilt warteten 15 Stationen, betreut von Forstwirten, Auszubildenden und Helfern. Bewusst wechselten sich Aufgaben ab, an denen sich die Kinder auspowern konnten, und solche, die Ruhe verlangten. Zu den ersten gehörten Schnellsägen, das Aufschichten eines Holzstoßes im Team, Zapfenbalancieren und ein Baumscheibenspiel, bei dem die Kinder einen Pfad aus Holzscheiben legen mussten, ohne danebenzutreten.
Anderswo war Köpfchen gefragt. Beim Baumtasten ging es darum, mit den Händen Gegenstände in einer Box zu erkennen, und beim Bestimmen heimischer Baumarten zeigte sich, wer im Unterricht aufgepasst hatte. Einige Klassen waren gut vorbereitet, manche Kinder hatten sogar eigene Bestimmungsbücher dabei, um vor Ort nachzuschlagen.
An Station 2 stand ein Hochsitz. Von dort aus sollten die Schüler im Dickicht versteckte Tierschablonen aufspüren und notieren. Forstamtsleiter Jan Klüßendorf vom Thüringenforst und sein Team hatten zwischen den üblichen Tieren einen Goldschakal im Gebüsch versteckt, der als Sonderpunkt zählte. Mit diesem Raubtier hatte vorher kaum ein Kind gerechnet.

Bockwurst und Urkunden am Schützenhaus

Der Zeitplan war eng getaktet. Nach der Ankunft um 8.30 Uhr lief der Stationsbetrieb von 9 bis 12.30 Uhr. Bürgermeister Michael Jahn (CDU) schaute am Vormittag vorbei und kam um 13.30 Uhr zur Siegerehrung und Urkundenübergabe zurück. Wer vorne lag, blieb bis zuletzt offen, denn die Punkte wurden erst am Ende in ein eigenes Computerprogramm eingegeben.
Eine große Hilfe war die Infrastruktur vor Ort. Dank der Zusammenarbeit mit dem Schützenverein konnten die Sanitäranlagen des Schützenhauses genutzt werden. Dort gab es nach dem Parcours auch die Belohnung: Bockwurst mit Brötchen und kühle Getränke. Für einen Wetterumschwung war das Forstamt ebenfalls gerüstet. Die Regenponchos, die seit den ersten Waldjugendspielen vor über 15 Jahren mitgeführt werden, blieben wie immer im Gepäck und kamen auch diesmal nicht zum Einsatz.
Am Nachmittag wurde es dann spannend. Das Rennen war knapp. Die vorderen Plätze gingen an die Grundschule Anna Sophia Kranichfeld (1. Platz), die Grundschule Hexenberg Bad Berka (2. Platz) und die Lindenschule Blankenhain (3. Platz).

Viel Applaus gab es auch in der Sonderwertung der Förderzentren, in der die Schüler mit großem Teamgeist überzeugten. Ausgezeichnet wurden das Förderzentrum Hans Bürger Blankenhain und das Förderzentrum Kirschberg Apolda.