(Lehnstedt) Nach dem Festwochenende kehrt im beschaulichen Lehnstedt langsam wieder Ruhe ein. Die Festzelte werden abgebaut, die Straßen gekehrt – doch was bleibt, sind die Erinnerungen an ein absolut geschichtsträchtiges und emotionales Wochenende. Lehnstedt feierte von Freitag bis Sonntag sein 1150-jähriges Bestehen. Für den Ort war es ein Jubiläum mit besonderer Bedeutung: Es war das letzte große Festjahr der politischen Eigenständigkeit, bevor der Ort im kommenden Jahr offiziell nach Mellingen eingegliedert wird.
Der Bürgermeister und das Organisationsteam um Melissa Raspe haben ein Event auf die Beine gestellt, das alle Erwartungen übertroffen hat.
Der historische Festumzug am Samstag: Das emotionale Herzstück
Der unbestrittene Höhepunkt des Festwochenendes war der historische Festumzug, der am Samstagnachmittag um 14:00 Uhr durch das bestens besuchte Dorfzentrum rollte. In 10 lebendigen Bildern wurde die lange und bewegte Geschichte des Ortes eindrucksvoll dargestellt.
Dass dieser Umzug zu einem solchen Erfolg wurde, war das Ergebnis von anderthalb Jahren intensiver Planung und Vorbereitung. Seit dem ersten Treffen im Januar des vergangenen Jahres steckte das Team unzählige Stunden Arbeit in das Projekt. Nach einem Aufruf im Dorf war die Resonanz so gewaltig, dass für jedes der zehn Bilder ein eigener Gruppenverantwortlicher ernannt werden musste. Die Koordination übernahm ein Kernteam aus bis zu zehn Leitern, das sich über eine WhatsApp-Gruppe mit mehr als 60 Mitgliedern abstimmte.
Selbst das Wetter spielte perfekt mit: Nach bangen Blicken auf die Wetter-App am Vorwochenende, bei der das Team fast stündlich bangte, ob es trocken bleiben würde, verzogen sich die Regenwolken rechtzeitig. Als der Umzug schließlich an den Besuchern vorbeizog, flossen beim Organisationsteam die Freudentränen:
„Als ich das alles eingereiht hatte und mitgelaufen bin – das war ein absoluter Gänsehaut-Moment. Wir wussten ja vorher überhaupt nicht, wie viele Gäste kommen und ob uns jemand zuschaut. Als wir dann diese Massen an Menschen gesehen haben, war die Freude einfach riesig“, blickte Mitorganisatorin Melissa Raspe kurz nach dem Umzug zurück.
Ein rundum gelungenes Festprogramm von Freitag bis Sonntag
Der Umzug war jedoch nur ein Teil des dreitägigen Programms, das den Lehnstedtern und ihren Gästen geboten wurde:
- Der Auftakt (Freitag): Das Jubiläum startete feierlich mit einer offiziellen Eröffnung, einem gemeinsamen Kirchgang und einer spannenden historischen Dorfführung. Am Freitagabend sorgte DJ ROGGE für die passende musikalische Stimmung im Festzelt.
- Die Vereinsmeile (Samstag): Neben dem Umzug präsentierten sich die örtlichen Vereine mit einer liebevoll gestalteten Ausstellung, bevor der Abend mit der Tanzband DIN A4 im gesellig ausklang.
- Der Familientag (Sonntag): Der gestrige Sonntag stand ganz im Zeichen der Generationen. Neben einem lustigen Familienfest und einer Bastelstraße zog vor allem der „Hüttenzauber“ die Massen an. An 12 verschiedenen Ständen boten die Einwohner selbstgemachte Schätze, Deko und kulinarische Leckereien an – eine perfekte Gelegenheit, um das Portemonnaie für den guten Zweck zu leeren.
Ein bisschen Wehmut zum Abschied von der Eigenständigkeit
Nachdem die letzten Töne der Musik im Festzelt verklungen sind, mischt sich am Montag neben den großen Stolz auch ein wenig Wehmut. Für den Ort war dieses Fest ein Symbol des Zusammenhalts. Jeder im Dorf hatte angepackt, Wagen geschmückt und sich eingebracht. Sogar kurzfristig entschlossene Mitstreiter aus den Nachbardörfern sprangen noch auf den Zug auf.
Bürgermeister Tobias Delle zog ein durchweg positives Fazit: Das Wochenende hat gezeigt, wie lebendig und stark die Lehnstedter Gemeinschaft ist. Dieses 1150-jährige Jubiläum hat bewiesen, dass der Geist des Dorfes unzertrennlich bleibt.


















































































































































